Articles in Category: Weinevents

Weinpersönlichkeit des Jahres 2016 – Joachim Binz

Weinpersönlichkeit des Jahres 2016 – Joachim Binz

Sehr geehrte Mitglieder der Weinfeder, sehr geehrte Gäste, lieber Joachim Binz

Zitat: Winston Churchill – „Eine gute Rede soll das Thema, nicht aber die Zuhörer erschöpfen.“ Dies hat für eine Laudatio sicherlich in noch größerem Umfang Gültigkeit, als für jede andere Rede.

Zu Recht dürfen die Zuhörer und die Festgemeinde jedoch erwarten, sowohl etwas über den Werdegang der auszuzeichnenden Person und den Grund für die Verleihung der Auszeichnung zu erfahren. Dies gibt dem Laudator die Gliederung nahezu vor.Wer also ist Joachim Binz eigentlich?

Just im Jahre 1965, in dem neben Winston Churchill mit Martin Buber und Albert Schweitzer drei wichtige moralische Instanzen des vergangenen Jahrhunderts verstarben, wurde Joachim Binz in Trier an der Mosel geboren. Damals konnte noch niemand vorhersehen, dass er einige Jahrzehnte später nicht nur eine Instanz der deutschen Weinwirtschaft sondern mit seinem ehrenamtlichen und karitativen Engagement auch ein moralisches Vorbild für die Weinbranche sein würde.

Nach Schule und Wirtschaftsschule entschied sich Herr Binz für die Ausbildung zum Gross- und Außenhandelskaufmann in einer Weinkellerei. Auch nach der Bundeswehrzeit blieb er diesem Berufsfeld treu und qualifizierte sich arbeitsbegleitend durch ein Studium zum Diplom-Betriebswirt weiter. Bis zum Jahr 2000 arbeitete er dann als angestellter Exportdirektor einer Kellerei an der Mosel.

Zu dieser Zeit – also vor ca. 25 Jahren- habe ich Herrn Binz, seine Begeisterung und seinen wohltuend klugen Einsatz für deutsche Weine auf den Weinmärkten der Welt kennen gelernt. Schon damals war erkennbar, dass er die Entwicklung auf den Märkten sehr aufmerksam verfolgte und aus den gewonnenen Erkenntnissen die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen in der Lage war.

Dies mündete zum einen in der Mitarbeit in zahlreichen Gremien und der Übernahme ehrenamtlicher Tätigkeiten bereits in relativ jugendlichen Jahren. So ist er heute u.a. 2. Vorsitzender des Verbandes Deutscher Weinexporteure in Bonn sowie aktives Mitglied im Bundesverband der Wirtschafts- und Verwaltungsakademien Deutschlands. Er hält das Advanced Certificate des WSET und ist als Jury-Mitglied in deutschen und internationalen Verkostungsgremien sowie als Co-Autor des koreanischen Weinmagazins „WIne Review“ tätig.

Darüber hinaus wuchs über Jahre bei Herrn Binz die Überzeugung, dass deutsche Weine auf den internationalen Weinmärkten eine andere Präsenz und Wahrnehmung verdienen und für eine langfristig nachhaltige Marktpositionierung auch benötigen. So kam es im Jahr 2000 folgerichtig zur Gründung der eigenen Firma namens Wineconsale. Der Name war und ist Programm, geht es Herrn Binz doch um Beratung seiner Lieferanten und Kunden aus der Weinbranche, mit dem Ziel, Win-Win-Situationen für Erzeuger und Importeur herzustellen. Nach einer kurzen Orientierungsphase konzentrierte sich Wineconsale ausschließlich auf den Export deutscher Weine – und hier überwiegend der trockenen Geschmacksrichtung.

Als wäre dies alleine nicht schon Herausforderung genug gewesen, wurde das zarte Pflänzchen Wineconsale durch die Ereignisse des 11. September 2001 besonders getroffen – einerseits weil sie ein neues Zeitalter von Kontrollen, Beschränkungen sowie Zurückhaltung und Ungewissheit in den Weinhandel brachten – zum anderen, weil Joachim Binz just an dem Tag der Anschläge selbst in USA weilte und genau zu dem Zeitpunkt der Flugzeuganschläge auf das World Trade Center die brennenden Türme aus nächster Nähe sah und für Tage in NY festsaß.

Trotz dieser schwierigen Ausgangssituation und nicht gerade günstiger Rahmenbedingungen hat Joachim Binz mit seinem anpackenden unternehmerischen Wesen die Firma Wineconsale aus bescheidenen Anfängen in nur 15 Jahren zu einem geschätzten und beachteten Exporthaus für deutsche Weine entwickelt. Dabei kam ihm sein Mut, Neues auszuprobieren, sein analytisches Denken und die Fähigkeit, antizyklisch denken und arbeiten zu können, sehr zu Gute. So war es z.B. ein ganz kluger Schachzug, Ideen und Marketingkonzepte zunächst immer auf den schwierigsten Märkten zu testen – wenn sie dort funktionierten, konnte man sie getrost auf andere Märkte übertragen.

Als Gründungsmitgesellschafter von Wineconsale kann ich selbst aus eigener Erfahrung schildern, wie hart und ausdauernd Herr Binz für den Erfolg des deutschen Weines gearbeitet hat und immer noch arbeitet.

Anscheinend hat sich dann dadurch auch die Internationale Presse beindrucken lassen, denn schon knapp anderthalb Jahre nach der Gründung von Wineconsale nahmen auch so einflussreiche Publikationen wie Wine Advocat von Robert Parker und der Wine Spectator verstärkt Kenntnis von den Top-Qualitäten deutscher Weine und pflichteten mit guten Ratings der schon lange vorher getroffenen Einschätzung trockener Weine von Herrn Binz bei.

Wenn Sie nun zur Einschätzung gelangen, die Weinfeder zeichnet Herrn Binz für diesen bewundernswerten Einsatz für deutsche Weine auf Exportmärkten aus, dann ist das zwar logisch und verständlich, doch bestenfalls ein weiteres, zusätzliches Kriterium zur nun folgenden eigentlichen Begründung.

Diese liegt im Engagement von Joachim Binz als Vorsitzender von Wine Saves Life e.V. Zeitlich gesehen datiert die Geschichte von WSL in die gleiche Zeit zurück, wie die der Firma Wineconsale.

Während eines denkwürdigen Abends im Rahmen der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes in Tokio im Frühjahr 2001 diskutierten und überlegten vier Freunde, wie man ohne Verwaltungsaufwand Kinderhilfsprojekte realisieren könnte. Da alle Diskussionsteilnehmer dem Wein entweder beruflich oder als interessierte Konsumenten verbunden waren, wurde die Diskussion gegenständlicher – es stand die Frage im Raum, ob man mit dem Gegenwert einer Flasche Wein (10 DM damals) pro Monat und vielen Mitstreitern ein Hilfswerk in der Weinwirtschaft etablieren könne. Die Weintrinker sollten die Freude und den Genuss beim Weintrinken behalten, dabei aber nach Möglichkeit auch bedürftige Kinder nicht vergessen, denen man mit dem finanziellen Gegenwert einer Flasche Wein aktuell in Notsituationen und/oder langfristig bei der nachhaltigen und positiven Gestaltung der Lebensgrundlagen helfen wollte.

Zurück in Deutschland kam es schon kurz darauf im Mai 2001 zur Gründung von WSL – damals war Joachim Binz mit 36 Jahren für ein derartiges ehrenamtliches Engagement relativ jung und mit der kurz vorher gegründeten Firma Wineconsale sicher auch zeitlich gut ausgelastet – einmal mehr ein Zeichen für die Ausdauer und das ergebnisorientierte Handeln von Herrn Binz.

Auch bei WSL hatte ich selbst die Gelegenheit, von der Grundsatzdiskussion in Tokio bis zum heutigen Tage alle Phasen der Entwicklung miterleben und –gestalten zu dürfen. So fand denn auch die Gründungsversammlung gleich nach der Rückkehr von Joachim Binz von den furchtbaren Ereignissen in New York zeitnah am 1.10.2001 im Ledertapetenzimmer von Schloss Vollrads statt. Dort wird in wenigen Wochen am. 4.11. auch die Pressekonferenz zum 15-jährigen Bestehen abgehalten, zu der noch gesonderte Einladung ergehen wird.

Mit 8 Gründungsmitgliedern und demzufolge einen Jahresbeitrag von 960 DM ging es in 2001 los. Im letzten Jahr hatte der Verein mehr als 80 Mitglieder und kommt über den Zeitraum der letzten 15 Jahre auf eine Fördersumme von insgesamt über 300.000 € (also durchschnittlich mehr als 20.000 €/Jahr). Damit ist WSL die größte Hilfsorganisation der deutschen Weinwirtschaft.

Die komplette Verwaltung erfolgt auch heute noch ehrenamtlich und alle Mitgliedsbeiträge, Spenden oder Aktionserlöse landen 1:1 in den von den Mitgliedern beschlossenen Förderprojekten. Ganz wichtig dabei ist, dass die internationale Hilfe völlig entkoppelt vom beruflichen Engagement von Herrn Binz bei Wineconsale zu sehen ist, viele Länder in denen Hilfsprojekte gefördert werden, haben weder aktuell noch in mittelfristiger Zukunft die Chance, Wein zu importieren. Nachhaltige Förderung ist dabei das besondere Anliegen von WSL, einmalige Förderungen sind eher die Ausnahme. Mittels eines Kataloges von Vergabekriterien entscheiden die Mitglieder in der jährlichen Mitgliederversammlung über die zur Vergabe anstehenden Mittel.

Ein kurzer Überblick über die in den vergangenen Jahren geförderten Projekte vermittelt einen Eindruck von der regionalen Vielfalt der durch das WSL-engagement möglich gewordenen Hilfe (die immer auch mit einer großen inhaltlichen Vielfalt einhergeht): Kleine Pyramide (Ägypten) // Ali SK Indien // Kinderhilfsprojekte in Togo, Philippinen, Japan // Msumarini und Cargo Huma Care- Projekte in Kenia // Burkina Faso // Deutschland (Jugend kocht, Kunsthandwerker) // Und viele andere mehr.

Als langjähriger zweiter Vorsitzender und als Freund weiß ich, dass Herrn Binz dabei in der Vergangenheit das Förderprojekt „Gando“ und aktuell „Msumarini“ sehr am Herzen liegt. Dazu kann er Ihnen im Anschluss selbst sicher mehr und interessantere Informationen geben.

Die aktuellen Aktionen von WSL (das Packen von Raritäten-Weinpaketen aus einem überlassenen privaten Weinkeller in Verbindung mit dem befreundeten Weingut Schloss Sommerhausen) sorgen ebenso wie die vielfältigen Spendensammelaktionen anlässlich des Balls des dt. Weines (Schürfen echter Diamanten in einem großen Sandbecken) für eine erweiterte Wahrnehmung der Aktivitäten des noch wachstumsfähigen Vereins WSL. Wie jeder gemeinnützige Verein ist auch WSL stark vom ehrenamtlichen Engagement des Vorstandes und im Besonderen des Vorsitzenden abhängig. Eine große Zahl von beitragszahlenden Mitgliedern macht dem Vorsitzenden das Leben leichter . Wenn diejenigen unter Ihnen, die noch nicht Mitglied bei WSL sind, dies als Appell verstehen, Mitglied zu werden, dann haben Sie mich in diesem Punkt richtig verstanden.

Sehr verehrte Festgäste, wir alle wissen wie schwer es ist, ehrenamtliches Engagement und über die beruflichen Anforderungen hinausgehende Aufgaben zu übernehmen. In unserer stressgeplagten und wie im Falle von Herrn Binz auch noch durch Auslandsreisen verkomplizierten Berufswelt ist das nunmehr über 15 Jahre anhaltende Engagement von Herrn Binz einzigartig, beispielgebend und einfach großartig.

Es gibt Menschen, sie wünschen sich mehr Engagement, es gibt Menschen, die zeigen Engagement, und es gibt Menschen sie SIND personifiziertes Engagement. Engagement heißt, nichts für das zu erhalten, was man tut, und doch durch die Dinge die man tut, reich zu werden.

Lieber Joachim, in diesem Sinne hoffe und wünsche ich, dass dein Engagement dich im Herzen reich gemacht hat und bitte dich, auch zukünftig nicht nachzulassen. Herzlichen Dank für dein Engagement im Namen aller deutschen Winzer, der Mitglieder von WSL und vor allem im Namen all derer, die durch die Unterstützung von WSL große Hilfe und Perspektive erleben konnten.

Joachim Binz ist zu Recht die Weinpersönlichkeit der Weinfeder des Jahres 2016, die Weinfeder hat eine sehr gute Wahl getroffen! Herzlichen Glückwunsch zu dieser verdienten Auszeichnung lieber Joachim und ich rufe Dir zu: Mach weiter so!!! (Dr. Rowald Hepp)

Preis der Deutschen Weinkritik – „Wein vom Roter Hang e.V.“

Preis der Deutschen Weinkritik – „Wein vom Roter Hang e.V.“

Letztes Jahr im Dezember habe ich mich in einer Facebook-Gruppe angemeldet, die „Wine-Wichteln“ heisst. Diese Gruppe lässt eine schöne Tradition wiederaufleben, die viele von uns noch aus der Schulzeit kennen, wenn die Weihnachtszeit anbricht. Bei der Wine-Wichtel-Facebook-Gruppe bekommt jeder, der sich angemeldet hat, eine Adresse von einem anderen Teilnehmer zugeschickt. Dem schickt man dann einen Wein, den man gut findet und vielleicht mal einem Gleichgesinnten vorstellen möchte. Im Gegenzug bekommt man selbst von einer ganz anderen Person einen Wein geschickt.

Ich entschied mich, dem Kandidaten, den ich gezogen hatte, es war ein Herr aus Berlin, einen Riesling Niersteiner Ölberg von Lisa Bunn zu schicken. Lisa Bunn ist übrigens, wie ich erfahren habe, auch selbst Mitglied dieser Facebook-Gruppe.
 Ich hatte kurz überlegt, ob ich den Ölberg oder den Hipping von Lisa Bunn verschicke. Dann warf ich noch einmal ein kurzen Blick in den aktuellen Gault Millau – und entschied: ich glaube, den Hipping behalte ich lieber mal selbst. Jedenfalls: Der Ölberg wurde eingetütet, ich schrieb ein herziges Kärtchen dazu, mit jeweils zwei Sätzen zur Winzerin und auch zum Roten Hang, und ab ging die Post nach Berlin. Kurz darauf erhielt ich eine Facebook-Message vom Beschenkten. Er schrieb, er habe sich sehr gefreut, und dass ich mir so viel Mühe mit der Karte gemacht habe, sei toll, aber die Winzerin und auch der Rote Hang seien ihm als Weinliebhaber – auch im fernen Berlin – selbstverständlich ein Begriff. Nun weiss ich natürlich nicht, ob der ältere Herr vor der jungen Dame einfach nur gut dastehen wollte, und das deshalb einfach behauptet hat. Sicher ist jedenfalls, dass er spätestens seitdem den Roten Hang auf dem Schirm hat. Und nicht nur er: Denn in der Facebook-Gruppe wurde nach Weihnachten eine Liste veröffentlicht, mit allen Weinen, die verwichtelt worden waren. Insgesamt habe ich darauf sieben Weine von Winzern vom Roten Hang gezählt.

Wein aus Rheinhessen im Allgemeinen und vom Roten Hang im Speziellen stehen heute selbstverständlich auf den Weinkarten renommierter Restaurants und liegen in den Kellern der Weinkenner. Das war aber nicht immer so. Schlechte Zeiten gab es während der 1980 und 1990er Jahre in ganz Rheinhessen, auch am Roten Hang, der 100 Jahre zuvor noch ein schillernder Name in der Weinwelt war. Es war eine Zeit des Massengeschäftes, wo Rheinhessen als zuverlässiger Mengenlieferant gefragt war, die grossen Qualitäten von dort aber nicht oder nur von vereinzelten Leuchtturm-Betrieben erwartet wurden. Diese dann wiederum auch eher nicht für ihre Herkunft standen, sondern vielmehr für sich selbst. Nierstein war geprägt von wenigen, sehr großen Betrieben – und um es kurz zu sagen: Es gab zu viel Menge und zu wenig Spitzenweine. Und während in anderen Weinanbaugebieten Deutschlands die Reise schon woanders hinging, hatte die Rheinterrasse den Umbruch etwas verschlafen.

Ab der Mitte der 1990er Jahre passierte plötzlich etwas: Immer mehr rheinhessische Winzer, in Nierstein und anderswo, erkannten, dass es da noch mehr geben muss. Eine neue Generation von Jungwinzern übernahm das Ruder – und wollte plötzlich nicht mehr nur Durchschnitt sein. Man war in Geisenheim und dann in Neuseeland, man dachte: so was müssen wir doch auch können. Ein neues Zeitalter brach an – und das, dann aber ziemlich rasant, wenn man bedenkt, dass es sich um eine Branche handelt, bei der es um Pflanzen geht, die erst einmal mehrere Jahre lang wachsen müssen, bevor man sie nutzen kann. 1988 gründete sich der Verein „Wein vom Roter Hang“ mit damals rund einem Dutzend Mitgliedern. In dieser Zeit befand sich nicht nur Nierstein, sondern ganz Wein-Deutschland in einer handfesten Krise. Die Absätze und auch das Image des deutschen Weines waren in den Keller gerauscht – doch die Niersteiner Winzer nahmen das als Chance: Sie schrumpften sich gesund. Und sie beschlossen, ihren großen Trumpf auszuspielen: Die Top-Riesling-Lage vor ihrer Haustür.

Eine Top-Rieslinglage ist der Rote Hang wegen des mineralischen Bodens, geprägt von Ton-Sandstein und von Eisenablagerungen, die ihm die namensgebende rote Farbe verleihen. Er neigt sich zur Süd- und Südostseite, so dass die Sonne viel Wärme auf ihn abgeben kann, die der Boden speichert und in der Nacht abgibt. Heute arbeiten 29 Winzer verschiedener Generationen am Roten Hang, deren unterschiedliche Ideen aufeinandertreffen. Das führt auch schon einmal zu Diskussionen, z.B. ob man in der Riesling-Toplage etwa auch Spätburgunder, Sauvignon Blanc oder gar Blaufränkisch anbauen sollte.

Einerseits kann man da sagen: Wenn man etwas gut kann, dann ist es eine gute Idee, dies zu perfektionieren. Andererseits ist es durchaus aber so, dass es auch immer mehr Weinliebhaber gibt, die etwas Neues probieren wollen – auch wenn es uns hier so vorkommt: In anderen Gegenden Deutschlands hat der Riesling oft nicht den gleichen Stellenwert wie hier. Dann kommt dazu: wir Weinjournalisten brauchen auch etwas, worüber wir schreiben können – und unser täglich Brot sind eben „News“. Und wenn man über das Neue, was es zu berichten gibt, auch kontrovers diskutieren kann, ist das umso spannender – für uns, für unsere Leser, und auch für die Winzer selbst. Und zu guter Letzt: Zwischendurch auch mal was Neues zu probieren, hat nicht selten schon dazu geführt, dass man neue Impulse für die Kernkompetenz dazu gewonnen hat. 
Kurz: Wo verschiedene Ideen aufeinandertreffen, wo gesprochen und vielleicht manchmal auch gestritten wird, da wird etwas Besonderes, Individuelles, Innovatives geschaffen.

Und wie auch immer die Diskussion ausgehen mag: Etwas Besonderes sind die Weine vom Roten Hang allemal. Denn obwohl die Region von einer bestimmten Bodenformation, der so genannten Niersteiner Formation, geprägt ist, so sind die einzelnen Lagen doch überraschend gut herauszuschmecken. So bringt z.B. die Lage Hipping besonders kühle, mineralische Weine mit kräuteriger Würze hervor, Pettenthal wiederum sehr fruchtige, gehaltvolle Weine, die sich oft erst mit der Zeit öffnen, oder der Ölberg, der schlanke, mineralische Weine hervorbringt, die in der Altersentwicklung sehr elegante Reifearomen aufweisen. Ihre Fans dorthin zu führen, ist auch ein Anliegen der Winzer vom Roten Hang, wie man bei ihrer jährlichen Weinpräsentation „Zwischen Himmel und Rhein“ im Juni sehen kann, bei der nicht etwa jedes Weingut seinen Stand hat, sondern jede Einzellage: Hipping, Ölberg, Pettenthal, Orbel, Rothenberg, Schloss Schwabsburg, Brudersberg und Heiligenbaum.

Dieses Jahr werde ich übrigens wieder am Wine-Wichteln teilnehmen. Ich habe gestern noch einmal einen Blick in mein Weinregal geworfen, um zu sehen, was ich dieses Jahr verschicken könnte: Vielleicht den Ölberg Riesling Reserve von Gröhl, oder den Riesling Edition 2Hügel von Raddeck, den Riesling Roter Hang Spätlese von Wedekind – der übrigens vegan ist – oder vielleicht „Last night a Riesling saved my life“ von Georg Albrecht Schneider. Aber vielleicht – behalte ich die auch alle selbst.

Allein unter Weinfrauen

VINISSIMAS treffen sich zum Netzwerkwochenende

Allein unter Weinfrauen

Anfang Februar trafen sich in Mainz rund 140 Weinfrauen von VINISSIMA zu ihrem Netzwerkwochenende. Rund um das Thema „Wein, Weib, Wirtschaft“ lauschten die Teilnehmerinnen interessiert den Vorträgen von Monika Reule vom Deutschen Weininstitut (Sicht der Konsumenten auf Deutsche Weine) und Kerstin Plehwe (Female Leadership). 

Weinfeder e.V.
Verband deutschsprachiger Weinpublizisten
Vorsitzender: Wolfgang Junglas
Postfach 1103  |  65370 Oestrich-Winkel |  Telefon 06723 - 601902  |  Fax 06723 - 885546
info@weinfeder.dewww.weinfeder.de