Journal 2014 Edition #44

Nr. 3/2014, 20 September 2014

Editorial

Liebe Leserinnen und Leser,

„Natur Pur“ heißt die Veranstaltung in Hattenheim im Rheingau, die auch in diesem Jahr am Einigkeitsfeiertag wieder rund 10.000 wandernde Gourmets in die Wein­berge vom Pfaffenberg bis zum Steinberg lockte. 16 Weingüter boten ihre Weine und leckeres Snacks an – während nur wenige hunderte Meter entfernt die Weinlese in vollem Gange war.

Eine logistische Herausforderung der Winzer in jedem Jahr: Auf der einen Seite will man dem Wunsch der Weinliebhaber, an dem Spektakel Weinlese teilhaben zu können, gerecht werden - auf der anderen Seite fordert auch und gerade in diesem Jahr die Traubenernte die Weinmacher aufs neue heraus: Kirschessigfliege, hohe Nieder­schlagsmengen über Wochen, feuchtwarme Witterung sind die beherrschenden Themen.

Konzentriert wie selten beobachten die Winzer die Weinberge, entfernen pilzbefallene Trauben, reizen die Spanne zwischen der Sicherung der Ernte und der bestmöglichen Qualität soweit wie möglich aus. Die ersten Meldungen von der Kelter geben Hoffnung: 2014 scheint es gute Qualität und ausreichende Menge zu geben.

Ich wünsche Ihnen einen schönen Herbst!

Ihr Wolfgang Junglas


Themen

  • WEINREISEN:
    In Südtirol gibt es beides: Junge Wilde und alte Hasen
    Soave, eine Weinregion im altbekannten Vermarktungsdilemma
  • WEINPOLITIK:
    Russland erwägt Einschränkungen für Weinimporte aus der EU
    Neue Verordnung aus Rheinland-Pfalz: „Steillage“ soll Qualität steigern
  • WEINFORSCHUNG:
    Australische Wissenschaftler versuchen Weingeschmack zu beeinflussen
  • WINZERPORTRAITS:
    Holger Daniel wirbelt in Geisenheim
    Gerhard Roth: 40 Jahre „Personenschutz“ als Biowinzer
    Walter Bibo wagt einen Neuanfang    
    500 Jahre Ellwanger
  • WEINMAJESTÄTEN:
    Janina Huhn: 66. Dt. Weinkönigin
    Sabine Wagner auf Ostküsten-Tour   
  • WEINEVENTS:
    „Spatium Pinot Blanc“ - Südtiroler Forum für dem Weißburgunder
    Spätlesereiter-Pokal: Delikate Spätlesen in Fulda   
  • WEINE:
    Crémant de Savoie wird Realität
    Vinho Verde: Frisches Grün im Glas
    Die „Selektion Rheinhessen“ ist eine wirkliche Selektion
  • WEINBILDUNG:
    Neue Masters of Wine
  • WEINREGIONEN:
    Winzer der Finger Lakes machen gegen Gasspeicher mobil   
  • WEINPROJEKTE:
    Projekte, Projekte, Projekte
  • REZENSIONEN:
    Staudt: „100 besten Weine der Welt“
    Rathke: „Bacchus auf den Fersen“
    Wein? Yes! Erfrischend anders
  • KURZ NOTIERT:
    Undercover-Aktion entlarvt Fälscher des Brunello di Montalcino
    La Part de Anges 2014 mit Rekord
    Weinberge der Toskana sollen Umweltschädigen

Autoren

  • Harry George
  • Herbert Heil
  • Wolfgang Junglas
  • Rudolf Knoll
  • Horst Kröber
  • Giesela Pieterek
  • Arthur Wirtzfeld

Artikel

In Südtirol gibt es beides: Junge Wilde und alte Hasen

Zwischen Sterzing im Norden und Salurn im Süden spielt sich die Südtiroler Weinwelt ab. Ein Wein­kosmos der besonderen Art. Etablierte Stars der Weinszene wie Alois Lageder, Elena Walch oder Hofstätter, aber auch junge Aufsteiger sowie kleine Weinbauern, sie alle waren uns einen Besuch wert. Südtirol heute, das bedeutet eine Reb­fläche von gut 5.200 Hektar und eine Weinproduktion von 370.000 Hektoliter pro Jahr. In 59 Prozent der Weinberge wachsen weiße Rebsorten, vor allem Gewürztraminer, Grau- und Weißbur­gun­der, Chardonnay, Sauvignon blanc, Sylvaner und Riesling, 41 Prozent sind mit roten Sorten bestockt.

Zwei autochthone Rebsorten stehen besonders im Fokus: Vernatsch und Lagrein. Erstere ist mit ihren verschiedenen Spielarten die älteste Rotweinsorte, aus der der „Kalterersee“ gewonnen wird: hellrubinrot, leicht trocken und fruchtig. Vernatsch ist wegen seines geringen Säuregehalts und seiner minimalen Tannin­anteile mild und bekömmlich und ein guter Partner zu vielen Speisen. Der Lagrein ist Südtirols rote Perle und gilt heute als die wichtigste ...

... mehr lesen Sie im Journal (hier kostenfrei Journale abonnieren)


Australische Wissenschaftler versuchen Traubengeschmack zu beeinflussen

Paul Hobbs, ein in Kalifornien ansässiger renommierter Weinmacher, hat seine bisherige Wirkungsstätte gegen ein gemeinsames German-US-Weinprojekt mit dem deutschen Spitzenwinzer Johannes Selbach vom Weingut Selbach-Oster an der Mosel, ausgetauscht. Jüngst haben beide Winzer begonnen, sich auf einem 27 Hektar großen Anwesen im US-Bundesstaat New York einzurichten. In der bekannten Region "Finger Lakes"* im Nordwesten von New York, genauer gesagt an der südwestlichen Spitze des Seneca Lake, wollen beide Winzer hochwertige Rieslinge erzeugen.

Die dafür nötigen Voraussetzungen sind gegeben: Hobbs, ein bekannter Winzer in Sonoma und Napa und einem erfolgreichen Malbec-Projekt in Argentinien, ist bekennender Rieslingfan. Dem erfahrenen Winzer Selbach, Eigner des Weingutes Selbach-Oster in Zeltingen an der Mosel, ist die Region Finger Lakes von mehreren Besuchen in den 1980er und 90er Jahren bekannt, auch aufgrund seines Stipendiums in den USA und anschließender beruflicher Tätig­keit in New York City. Die Böden, die um das neue Gut für die Rebanlagen in Frage kommen, bestehen aus Schieferton und Schiefer­platten und haben große Ähnlichkeit mit den Böden an der Mosel.

"Ich bin ein Liebhaber von Riesling und möchte einen Wein produzieren, der möglicherweise mit denen aus der Mosel konkurrieren kann", sagt Hobbs. Für dieses Gelingen steht ...

... mehr lesen Sie im Journal (hier kostenfrei Journale abonnieren)


„Spatium Pinot Blanc“: Südtiroler Forum für den Weißburgunder

Das lateinische Wort „Spatium“ lässt sich mit Zwischenraum übersetzen. In Südtirol diente es jetzt als Titel für eine spezielle Veranstaltung, die einer Sorte gewidmet war, der man Raum geben wollte, um sie besser zu verstehen und ihr mehr Geltung zu verschaffen. Zum „Spatium Pinot Blanc“ kamen über 200 Gäste aus dem In- und Ausland nach Eppan. Sie folgten damit einer Einladung des Vereins Vineum Eppan in Zusammen­arbeit mit dem Versuchszentrum ­Laim­burg und dem Tourismusverein Eppan.

Zahlreiche Produzenten gaben sich die Ehre, nicht nur aus Südtirol, sondern eben­so aus dem Trentino, Friaul, aus Österreich, der Schweiz, Frankreich (Elsass) und Deutschland. Manche hatten nur ihre Weine geschickt, aber etliche waren auch vor Ort dabei, zum Beispiel aus Deutschland die Badener Thomas Seeger und Martin Wassmer. Sie alle sollten gemeinsam mit diversen Fachleuten, Branchenvertretern und Journalisten einer Sorte Referenz erweisen, die weltweit im Schatten des Chardonnay steht, aber nach Einschätzung der Südtiroler wegen ihrer ...

...mehr lesen Sie im Journal (hier kostenfrei Journale abonnieren)

5.0/5 Bewertung (1 Stimmen)
Journal 2014 Edition #44

Bitte Kommentar schreiben

Sie kommentieren als Gast.

Weinfeder e.V.
Verband deutschsprachiger Weinpublizisten
Vorsitzender: Wolfgang Junglas
Postfach 1103  |  65370 Oestrich-Winkel |  Telefon 06723 - 601902  |  Fax 06723 - 885546
info@weinfeder.dewww.weinfeder.de