Fünf Freunde

Zum achten Mal vergibt "Weinfeder e.V." - Vereinigung der deutschsprachigen Weinpublizisten den "Preis der Deutschen Weinkritik". Ausgezeichnet wurden in 2012 die Winzergruppe "Fünf Freunde" aus der Pfalz. Seit über 20 Jahren engagieren sich die fünf Weingüter in vorbildlicher Weise für die Steigerung der Weinqualität.

Laudatio

LAUDATIO...

Preisträger

FÜNF SIND ZWANZIG

Fünf Winzer, Fünf Freunde aus der Südpfalz wundern sich noch immer. Über den wunderlichen Verlauf ihrer Erfolgsgeschichte, die am 7. Juli 1991 mit einer ziemlich verrückten Idee begann, und zwanzig Jahre später immer noch nicht zu Ende ist. 2011 sitzen sitzen sie wieder bei einem Fest zusammen auf dem alten Schlösschen St. Paul bei Schweigen. Dort, wo die Sache ihren Ausgang nahm mit einem großen Fest und einer vollmundigen Absichtserklärung. Die Fünf, alle bereits Erzeuger angesehener Tropfen, wollten künftig “ganz Große Weine” erzeugen. Auf pfälzisch revolutionäre Weise wollten sie dabei den Kräften ihrer Heimat, ihren Böden, ihrem Klima und ihren Reben – und natürlich ihrem Selbstbewusstsein vertrauen. Unerhört klang auch die vorgesehene Arbeitsweise: kollegialer Austausch, offenherzige Zusammenarbeit, gemeinsame Weinreisen zu berühmten Kollegen und kultivierter Streit seien die Methode. Zwanzig Jahre haben sie gemeinsam probiert, getüftelt, gestritten, geplant, gegrillt, und sich die Köpfe heiß geredet. Und die dabei gesammelte Erfahrung im eigenen Feld und Keller eingebracht. Nach diesen zwanzig Jahren sind sie und ihre Weine ganz oben angekommen. Und allen ist klar: Die Fünf können es.

FÜNF WERDEN MEHR

Mit ihnen fing alles an. Fritz Becker, Thomas Siegrist, Karl-Heinz Wehrheim, Hansjörg Rebholz und Rainer Keßler. Doch sie blieben nicht allein. Bald kamen welche dazu. Einer von ihnen ist Gunter Keßler, der unbedingt in den Vordergrund gehört, denn Rainers Bruder ist von Anfang an dabei. Seit über 10 Jahren feilt Schwiegersohn Bruno Schimpf mit Thomas Siegrist an den Weinen aus Leinsweiler. Seit der junge Fritz Becker nach Studien im Ausland zurück ins Becker’sche Weingut kam, sind es bereits acht. Karl-Heinz Wehrheims Sohn ist der jüngste im Bunde, aber sicher nicht der letzte. Die gemeinsamen Besprechungen werden lauter und bunter, was sich leicht mit der gestiegenen Zahl der Pfälzer Teilnehmer erkärt. Doch alle, Mittäter und Nachfoger ziehen am gleichen Strang. Qualität ist offenkundig ansteckend und die Jungen möchten zu gerne noch eins draufsetzen. Was ihnen womöglich ja gelingt. Doch eigentlich bringt die Arbeit der Fünf oder Neun die ganze Region voran. Vielerorts sind Winzerkollegen inspiriert vom guten Beispiel, nicht wenige haben sich inzwischen zu erfolgreichen Verbünden zusammengetan.

DAS ZIEL

Große Weine entstehen auch in gutem Terroir nicht von alleine. Die Erkenntnis, dass wir das Potenzial unseres Bodens noch viel besser nutzen können, wenn wir mehr wissen, hat uns vor über 20 Jahren zusammengeführt. Dazu gehören viele hundert Details vom Pflanzen eines Weinbergs bis zum Verkorken einer abgefüllten Flasche. Das Ziel wird nur erreicht, wenn alle Einzelschritte mit dem Ehrgeiz zu höchster Qualität verfolgt werden. Nicht dass unsere Weine schlecht gewesen wären in den 80er Jahren. Dennoch sind sie durch ständige Bereitschaft zu lernen viel besser geworden. Im regen Gedanken- und Erfahrungsaustausch hat sich jeder der Fünf Freunde weiterentwickelt. Unsere Weißburgunder, Chardonnays und Spätburgunder haben davon enorm profitiert und gehören zu den besten Deutschlands. Den traditionellen und modernen Holzfassausbau pflegen wir auch mit Fässern aus Pfälzer Eiche. Unsere Weine finden Anerkennung weit über die Region hinaus.

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